Comics als Kommunikationswerkzeug
Comics liegen als zeitgemäßes, einfach zu produzierendes und vielseitig zu verbreitendes Medium im Trend. Schon wenige Bilder können in einem ersten Schritt die Hemmschwelle abbauen, sich einem schwierigen Inhalt zu nähern. Die Vertiefung ist der zweite Schritt, nachdem zunächst Aufmerksamkeit erzeugt wurde. Die emotionale Ebene spielt im Comic eine wichtige Rolle. Wenn man es schafft, wissenschaftliche Informationen über Emotionen und Humor zu verankern, kann man einen Weg zur nachhaltigen Wissensvermittlung erschließen.
Ideen und Unterrichtsmaterialien
Einen Charakter zum Leben erwecken
Emotionen, Laute und Bewegungen
Mit den passenden Emotionen kann man einen Comic-Charakter zum Leben erwecken! Deshalb ist eine der ersten Übungen in den Workshops das Zeichnen von Emotionen, Bewegungen und Lauten, damit eine Figur und dadurch die Geschichte lebendig wird.
Dabei kann auch auf Besonderheiten bei der Charakterentwicklung eingegangen werden, wie besondere Merkmale der Comic-Figuren. Dadurch lassen sich tatsächliche Eigenschaften, die in der Natur vorkommen mit gezeichneten Eigenschaften verbinden.
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Das Wandercomic
Schnelles, gemeinsames Comiczeichnen
Geschichten zu entwickeln ist schwer?
Nicht mithilfe eines Wandercomics. Die Idee ist einfach – man muss sich nur das erste Bild einer Geschichte ausdenken, denn schon kurze Zeit später wandert das Comic zur Nachbarin oder zum Nachbarn und wird weitergeführt. Dabei kann die Zeit zwischen drei und fünf Minuten pro Bild variiert werden. Die festgelegte Zeit pro Runde sollte gestoppt und eingehalten werden.
So entstehen in kürzester Zeit viele kooperative Comics. Ein Wandercomic kann zum Aufwärmen, zur Auflockerung oder einfach zum Zeitvertreib gezeichnet werden. Es kann ein Wissenschaftsthema oder anderes Thema vorgegeben werden oder eine freie Geschichte erstellt werden. Es kommt nicht auf darauf an, wie gut jemand zeichnen kann! Die Geschichten, die daraus entstehen, sind einzigartig - manchmal lustig, manchmal ernst, manchmal verrückt und manchmal verspielt, ganz sicher alles andere als langweilig! Und man merkt schnell, dass Comics zeichnen eigentlich gar nicht so schwer ist.
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Comic Storyboard
Von der Vorlage bis zum fertigen Comic
Ein Comic besteht aus Abschnitten, sogenannten Panels. Ein einfaches vier-Panel Comic war die Basis für unsere Comic-Workshops, nachdem die Schüler:innen in das Wissenschaftsthema eingeführt wurden.
Je nach Alter der Schüler:innen und zeitlichem Rahmen kann die Vorlage zunächst für die Erstellung einer Skizze bzw. eines Storyboards verwendet werden und danach individuell in unterschiedlichen Layouts angepasst werden. Zur Erstellung eines Zines (eines kleinen Comic-Magazins) können die einzelnen Panels ausgeschnitten und auf buntes Papier geklebt werden.
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Biomembran-Comics
Fluoreszenz - Kleinstes sichtbar machen
Fluoreszenz ist ein wichtiges Werkzeug in der Biophysik und anderen molekularen Wissenschaften, denn damit lassen sich kleinste Zellbausteine wie Proteine sichtbar machen.
Dabei wird vom Fluoreszenzmolekül Licht spontan abgestrahlt (emittiert) nachdem es von einer Lichtquelle angestrahlt wurde und das Licht aufgenommen (absorbiert) hat.
In der Regel gilt, dass die Photonen des emittierten Lichts weniger Energie haben als die absorbierten. So verschiebt sich die Wellenlänge. Aus blauem Licht wird so grünes, aus gelbem rotes. Man nennt das Stokes-Verschiebung oder Stokes-Shift.
In der Biophysik können wir damit zum Beispiel Einzelmolekül-Fluoreszenz-Mikroskopie machen. Das heißt, dass wir einzelne Moleküle sichtbar machen können.
Wer bzw. was ist FRET?
FRET stammt aus dem Englischen und ist eine Abkürzung von “Fluorescence (oder Förster) Resonance Energy Transfer".
Es bedeutet, dass Energie von einem Licht-empfindlichen Farbstoff auf den nächsten übertragen werden kann, sofern die beiden sehr nahe beieinander sind. Was heißt das nun?
Wenn die Wellenlänge der Abstrahlung des einen Fluoreszenzfarbstoffs gleich der Anregungswellenlänge des anderen ist, wird dieser angeregt und beginnt zu leuchten. Der Abstrahler wird auch als “Donor” (“Gebender”) bezeichnet und der Empfänger als “Acceptor” (also “Akzeptierender”).
Viele Proteine arbeiten gemeinsam, z.B. wenn Krankheiten entstehen. Um Medikamente zu entwickeln gilt es, das zu beweisen. Durch FRET kann man nachweisen, dass sich zwei Proteine sehr nahe kommen, also interagieren.
Das beweist noch nicht, dass sie auch wirklich gemeinsame Aufgaben erfüllen. Dafür gibt es dann weitere Tests. Aber zumindest hat man den ersten wichtigen Puzzelstein in der Untersuchung der Proteine gefunden.